Bradl holt erstmals 2018 WM-Punkte und hofft auf Valencia-Start

Stefan Bradl hat beim Grand Prix von Malaysia sein selbstgestecktes Ziel erreicht und ist mit der LCR-Honda vom 20. Startplatz in die Punkteränge gefahren

Der Grand Prix von Malaysia in Sepang am Sonntag war für Stefan Bradl der vierte Renneinsatz in der laufenden MotoGP-Saison 2018.

Nach zuvor einem Rennen für Marc-VDS-Honda als Ersatz für den verletzten Franco Morbidelli (Sachsenring) sowie zwei Rennen mit einer Honda-Wildcard (Brünn und Misano) sprang der Deutsche diesmal bei LCR-Honda für den verletzten Cal Crutchlow ein. Dabei sind ihm erstmals in diesem Jahr WM-Punkte gelungen.

Nachdem Bradl in den trockenen Freien Trainings in Sepang gut zurechtgekommen war, wurde er am Samstagnachmittag im Qualifying vom Monsunregen überrascht und schaffte es nur auf den 20. Startplatz. Die Hoffnung auf ein trockenes Rennen gab der Crutchlow-Ersatz aber nicht auf und diese wurde nicht zuletzt aufgrund der nach vorn verlegten Startzeit belohnt.

Bradl fuhr im Rennen bis auf Platz 13 nach vorn und hat damit erstmals seit dem MotoGP-Saisonfinale 2016 in Valencia wieder in der Königsklasse der Motorrad-WM gepunktet. Damals fuhr der Deutsche sein letztes Rennen für Aprilia. Anschließend wechselte er für eine enttäuschende Saison zu Ten-Kate-Honda in die Superbike-WM, die noch dazu von großer Tragik geprägt war, weil er seinen Teamkollegen Nicky Hayden verlor.

„Ich bin froh, dass es bei meinem vierten Rennen in diesem Jahr endlich mit Punkten geklappt hat“, so Bradl, um zu berichten: „Mein Rennen begann mit einem guten Start. Leider lag ich bei der Anfahrt zur ersten Kurven ganz außen und habe daher wieder ein paar Positionen verloren. Grundsätzlich war es aber ein guter Start von mir. Allerdings war ich anschließend ein bisschen zu verhalten unterwegs.“

„Ich wollte nichts überstürzen und auf gar keinen Fall einen Fehler machen, der das Rennen von vornherein ruiniert. Ich habe also versucht, alles unter Kontrolle zu bringen, die Situation gut einzuschätzen und mich sauber im Feld einzureihen. Das ist mir auch gut gelungen. Doch in den ersten vier, fünf Runden habe ich pro Runde eine gute halbe Sekunde liegen gelassen. In dieser Phase war ich vielleicht ein bisschen zu vorsichtig“, bemerkt Bradl.

„Auf der anderen Seite war die Vorgabe, ins Ziel zu kommen. Je länger das Rennen dauerte, desto konstanter waren meine Rundenzeiten“, so der Deutsche, um zwar einerseits anzumerken, dass er „wenn es zwei, drei Zehntelsekunden schneller geht, richtig gut bei der Musik“ war, aber andererseits auch feststellen musste, dass ihm „nach der langen Rennpause das Vertrauen und die Risikobereitschaft fehlt“.

Der Malaysia-Grand-Prix markierte für Bradl die unerwartete Rückkehr zu einem ehemaligen Arbeitgeber LCR-Honda. Ob er auch beim Finale in Valencia noch einmal zum Zug kommen wird, steht noch nicht abschließend fest, ist aber wahrscheinlich. Es hängt davon ab, wie schnell sich Stammfahrer Crutchlow von seinen beim Sturz auf Phillip Island erlittenen Bein- und Fußverletzungen erholt.

Am Donnerstag dieser Woche wurde Crutchlow in Melbourne zum zweiten Mal operiert und wird in Kürze zu Hause mit der Reha beginnen. „Es wäre natürlich schön, wenn wir in Valencia so weitermachen könnten“, sagt Bradl nach seinem 13. Platz in Sepang und fügt hinzu: „Vorausgesetzt natürlich, dass ich auch dort wieder anstelle von Cal fahren kann.“ Der Grand Prix von Valencia steigt am 18. November und schließt die MotoGP-Saison 2018 ab.

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