Dovizioso sichert Vizetitel 2018 gegen Rossi mit „richtig schlechtem Rennen“

Ducati-Pilot Andrea Dovizioso kämpfte beim Grand Prix von Malaysia in Sepang mit bislang unerklärlichen Problemen, steht aber vorzeitig als Vizeweltmeister fest

Mit Platz sechs beim Grand Prix von Malaysia hat Ducati-Pilot Andrea Dovizioso bei der gleichzeitigen Nullnummer von Yamaha-Pilot Valentino Rossi den Titel des MotoGP-Vizeweltmeisters 2018 fixiert.

„Dovi“ selbst zeigte am Sepang-Sonntag eine seiner schwächsten Leistungen des Jahres und gibt dies offen zu. Rossi wiederum führte das Rennen vom Start bis in die viertletzte Runde an, stürzte dann aber in Kurve 1 unter dem Druck von Weltmeister Marc Marquez und hat damit nicht nur die große Chance auf seinen ersten Sieg seit Assen 2017, sondern auch die letzte Chance auf den Vizetitel 2018 weggeworfen.

„Ich bin sehr glücklich, die zweite Position [in der WM] zu bestätigen“, sagt Dovizioso, der vor dem Saisonfinale in Valencia 25 Punkte vor Rossi liegt. Selbst im Falle eines Punktgleichstands kann der Ducati-Pilot nicht mehr abgefangen werden, weil er drei Saisonsiege auf dem Konto hat und der Yamaha-Pilot noch keinen. „Valentino fuhr heute ein unglaubliches Rennen. Sein Tempo war unfassbar, aber er hat einen Fehler gemacht somit bin ich WM-Zweiter. Das freut mich“, bekennt „Dovi“.

Die Saison des Ducati-Piloten war neben den drei Siegen (Doha, Brünn und Misano) auch von vier Stürzen in aussichtsreicher Position (Jerez, Le Mans, Barcelona und Motegi) geprägt. „Wir haben dieses Jahr einfach zu viele Nullnummern produziert, aber seit Brünn haben wir viele Punkte eingefahren und uns insgesamt verbessert“, versucht der Vizeweltmeister das Positive zu sehen, nachdem er im Kampf um den Titel wie schon 2017 von Honda-Pilot Marquez geschlagen wurde.

Das Rennen in Sepang, das er als Sechster mit fünf Sekunden Rückstand auf Sieger Marquez beendete, kann sich Dovizioso aber nicht so recht erklären. „Von Beginn an konnte ich nicht vernünftig bremsen. Am Scheitelpunkt der Kurven war ich nicht schnell genug und konnte somit keine ordentlichen Rundenzeiten fahren“, berichtet der Italiener und wundert sich: „Am Freitag und Samstag war ich konkurrenzfähig, auch mit abgefahrenen Reifen. Am Sonntag war es ein bisschen wärmer. Vielleicht lag es daran. Es war jedenfalls ein richtig schlechtes Rennen.“

„Wir müssen jetzt die Daten analysieren, um herauszufinden, woran es gelegen hat“, so „Dovi“ weiter. Die vergleichsweise schwache Performance, die im diesjährigen Saisonverlauf nur von Platz sieben auf dem Sachsenring noch unterboten wurde, kommt dem Vizeweltmeister mit Blick auf 2019 aber gar nicht so ungelegen: „Ich sagte schon am Donnerstag, dass ich mich freuen würde, wenn wir hier ein trockenes Rennen erleben, denn dann kommt die Realität ans Tageslicht. Das ist für unsere Arbeit im Winter sehr wichtig.“

Die Ansicht, dass Sepang grundsätzlich eine Strecke sei, die Ducati liegt, teilt Dovizioso jedenfalls nicht uneingeschränkt. „Ja, es mag eine gute Strecke für uns sein, aber wir haben hier noch nie ein gutes Rennen im Trockenen gezeigt. Alle scheinen zu vergessen, dass die zwei Siege, die wir hier eingefahren haben, im Regen zustande kamen“, verweist der Italiener auf seine Sepang-Siege aus den Jahren 2016 und 2017. Für den bislang letzten Ducati-Sieg bei einem trockenen Grand Prix von Malaysia hatte Casey Stoner in der Saison 2009 gesorgt. Damals fuhr Dovizioso noch für Honda.

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