Neu-KTM-Pilot Johann Zarco: Machen ihn seine Rückschläge 2019 stärker?

Johann Zarco erlebte 2018 eine Saison mit Höhen und Tiefen – Er hofft, dass er aus den Erfahrungen lernen und gestärkt in seine erste KTM-Saison gehen kann

Johann Zarco erlebte eine extrem wechselhafte zweite MotoGP-Saison. Nachdem der Franzose sich 2017 noch überlegen den Titel „Rookie of the Year“ gesichert hatte, begann auch die Saison 2018 für ihn extrem vielversprechend. Gegen Mitte des Jahres hatte der zweimalige Moto2-Champion allerdings einen Durchhänger, der phasenweise auch an seiner Moral gekratzt hat.

„Nach der fantastischen ersten MotoGP-Saison habe ich von Siegen geträumt“, verrät Zarco im Gespräch mit ‚MotoGP.com‘ und erklärt: „In den ersten fünf Rennen [2018] war ich sehr konkurrenzfähig.“ In den ersten vier Rennen der abgelaufenen Saison wurde Zarco zweimal Zweiter und lag nach dem vierten Grand Prix damit sogar auf WM-Rang zwei – nur zwölf Punkte hinter dem späteren Weltmeister Marc Marquez.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte Zarco das Gefühl, dass er nicht mehr weit von seinem ersten MotoGP-Sieg entfernt sein könnte. „Das war ein gutes Gefühl“, verrät er. Doch ausgerechnet bei seinem Heimspiel in Le Mans folgte der Wendepunkt. Zarco startete von der Pole-Position, stürzte jedoch im Rennen und blieb erstmals 2018 ohne Punkte. Anschließend lief bei ihm über Monate kaum noch etwas zusammen.

„Mitte der Saison wurden meine Probleme größer, und die anderen haben ihre Motorräder stark verbessert. Es wurde schwieriger, mit ihnen zu kämpfen“, erklärt Zarco. Das sei für ihn, der eigentlich um Siege mitkämpfen wollte, „schwierig zu akzeptieren“ gewesen. In der gesamten restlichen Europa-Saison bis Ende September schaffte es Zarco maximal noch auf Platz sieben.

Spielberg und Aragon als Tiefpunkte

„Wenn man über Siege nachdenkt, am Ende aber Zehnter wird, dann verliert man sein Ziel [aus den Augen]“, berichtet der Franzose. Der „schlimmste Moment“ seiner gesamten Saison sei dabei das Rennen in Österreich auf dem Red-Bull-Ring gewesen. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mit meinem Motorrad fahre – sondern dass ich damit kämpfe“, berichtet er. In Aragon sei das Gefühl später noch einmal ähnlich gewesen.

Erst bei der Asien-Tour ab Oktober lief es für Zarco wieder besser. In Thailand schaffte er es mit Platz fünf erstmals seit Jerez im Mai wieder in die Top 5, und in Malaysia holte er Anfang November als Dritter sogar noch sein drittes Podium der Saison. Dazu gab es beim Finale in Valencia einen versöhnlichen Abschluss, weil Zarco die WM als Sechster und damit als bester Privatfahrer beendete.

Obwohl die Yamaha 2018 nicht das beste Motorrad im Feld war, will Zarco nicht alleine das Material für seinen Durchhänger Mitte des Jahres verantwortlich machen. Er erinnert daran, dass die Werkspiloten in dieser schwierigen Phase bessere Ergebnisse einfahren konnten als er selbst. Außerdem habe Valentino Rossi eine „viel bessere Position in der Meisterschaft“ belegt.

Der „Doctor“ wurde am Ende WM-Dritter und kämpfte sogar lange um den Vize-Titel mit. „Das muss ich aus dieser Saison lernen“, erklärt Zarco und ergänzt: „Ich kenne die MotoGP-Klasse jetzt besser und verstehe viel besser, was auf dem Motorrad passiert.“ Die schwierigen Erfahrungen der Saison 2018 sollen ihm dabei helfen, in Zukunft „stärker“ zu sein. Ab 2019 ist der Franzose Werksfahrer bei KTM.

Fotocredit: ©LAT

 

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