„Kann tun, was ich am liebsten mache“: Folger zieht nach Valencia-Test Bilanz

Jonas Folger genießt sein MotoGP-Comeback: Wie seine beiden Testtage in Valencia gelaufen sind und welche weiteren Pläne Yamaha mit dem Deutschen verfolgt

„Dieser Test war mehr für mich gedacht als für Yamaha“, erläutert Jonas Folger nach den beiden Testtagen in Valencia, „damit ich das Motorrad verstehen lerne, denn es ist von der Elektronik her ziemlich anders als ich es gewohnt war. Es ging also darum, sich daran zu gewöhnen.“ An den beiden Tagen spulte der Deutsche insgesamt 77 Runden mit der Yamaha M1 ab. Seine persönliche Bestzeit auf dem Circuit Ricardo Tormo lautete 1:32.265 Minuten.

„Ich freue mich, zurück zu sein und genieße es, das Motorrad zu fahren, obwohl der erste Tag nicht einfach war, weil sich das Motorrad ganz anders anfühlt. Ich bin sehr glücklich, dass ich ein Teil von diesem neuen Yamaha-Projekt bin. Ich kann das tun, was ich am liebsten mache, nämlich Motorradfahren. Ich genieße es.“ Nach einem Jahr Auszeit meldete sich Folger gut gelaunt und fit in der Öffentlichkeit zurück.

Als Yamaha-Testfahrer soll er in Zukunft Valentino Rossi und Maverick Vinales unterstützen und bei der Entwicklung der M1 helfen. „Die Yamaha hat immer gut zu mir gepasst. Das haben auch die Japaner, Vale und Maverick bemerkt. Deshalb ist Yamaha auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Teil des europäischen Testteams zu sein“, berichtet Folger, wie er zu seinem neuen Job gekommen ist. „Da ich mich zu diesem Zeitpunkt besser gefühlt habe, musste ich nicht lange darüber nachdenken.“

Bei seiner ersten Ausfahrt nach mehr als zwölf Monaten stellte der 25-Jährige doch einige Unterschiede zu seiner alten Tech-3-Yamaha fest. Vor allem bei der Elektronik: „Das Verhalten ist anders, wenn man das Gas aufdreht. Die Kraftentfaltung ist im ersten Moment sanfter, was sehr gut ist. Für mich war es als Fahrer eine große Veränderung. Sie wollen, dass die Reifen gegen Rennende länger gut performen. Deswegen haben wir bei der Elektronik verschiedene Mappings probiert. Sie versuchen den Motor sanfter zu machen.“

Das Comeback wurde Mittwochnachmittag nur von einem Crash in Kurve 10 getrübt. Folger blieb unverletzt, aber das Motorrad wurde beim Einschlag in die Reifenstapel stark beschädigt. „Für die Mechaniker ist ein Sturz natürlich nicht gut, aber als Fahrer muss man das Limit verstehen“, sagt er diesbezüglich. „Das war aufgrund der Streckentemperatur das Limit des Reifens. Trotz Sturz war es ein positiver Test für mich.“

Obwohl es am Mittwoch in Valencia trocken war, herrschten relativ kühle Streckentemperaturen von weit unter 20 Grad Celsius. Deshalb machte sich die fehlende Erfahrung mit den aktuellen Reifen bemerkbar: „Ich bin den ganzen Tag mit weichen Reifen gefahren. Wir haben dann gehört, dass alle anderen den Medium-Vorderreifen bevorzugen. Als wir auf diesen Reifen wechselten, gingen alle anderen wieder zurück auf den weichen Reifen, weil die Außentemperaturen sanken.“

Das führte letztendlich zum Sturz, bei dem Folger unverletzt blieb. Körperlich hat er nach dem Comeback auf dem MotoGP-Bike keine Probleme: „Ja, ich fühle mich gut. Es war natürlich eine lange Pause und ich spüre nach diesen beiden Tagen meine Arme. Aber je mehr man fährt, desto besser wird es werden.“ Sein Training muss er über den Winter nicht umstellen. Motorradfahren ist schließlich das beste Training, um fit zu bleiben.

Beim Jerez-Test Ende November wird der Deutsche nicht im Einsatz sein. Sein Testmotorrad war vom japanischen Testteam und wird nun zurück nach Japan gebracht. Folgers nächster Test wird Anfang Februar in Sepang (Malaysia) stattfinden. Im Frühling wird dann auch ein Motorrad in Europa stationiert sein. Folgers genauer Testplan für 2019 ist noch nicht im Detail festgelegt: „Es sind fünf bis sechs Tests zu jeweils zwei Tagen vorgesehen, aber es steht noch nicht genau fest wann und wo. Wenn es gut läuft oder sie noch mehr brauchen, können wir noch welche hinzufügen.“

Fotocredit: ©GP-Fever.de