Moto2 Austin: Souveräner Doppelsieg für Lüthi und Schrötter

Maximaler Erfolg für das deutsche Intact-Team in Austin: Tom Lüthi siegt vor Marcel Schrötter. Jorge Navarro auf dem Podium, KTM weit abgeschlagen

Tom Lüthi hat sich nach seinem Sturz in Argentinien eindrucksvoll zurückgemeldet: Der Kalex-Pilot fuhr auf dem Circuit of the Americas einen souveränen Sieg ein und machte damit in der WM wichtige Punkte gut. Der Schweizer überquerte die Ziellinie 2,531 Sekunden vor seinem Intact-Teamkollegen Marcel Schrötter. Jorge Navarro (Speed-Up) eroberte Rang drei.

„Unglaublich! Es war insgesamt ein großartiges Wochenende, aber kein einfaches“, gibt Rennsieger Lüthi zu. „Mein Teamkollege war von Beginn des Wochenendes an sehr schnell. Aber nachdem wir an meinem Bike etwas verändert haben, hatte ich ein richtig gutes Gefühl. Vielen Dank an all die Leute in meinem Umfeld. Das ist einfach ein richtig gutes Gefühl.“

Schrötter resümiert sein Rennen selbstkritisch: „In der ersten Kurve habe ich es übertrieben, weil ich unbedingt vorn bleiben wollte. Das war nicht ideal. Anfangs war Alex sehr schnell, brach dann aber etwas ein. Tom war richtig stark und hat keine Fehler gemacht. Irgendwann habe ich den Anschluss an ihn verloren. Während ich mit Alex kämpfte, konnte Tom einteilen.“

Video: This or That? Das IntactGP-Kalex-Duo in der Moto2 – der Deutsche Marcel Schrötter und der Schweizer Tom Lüthi – muss sich im ServusTV-Interview entscheiden…

Erstes Moto2-Podium für Navarro

Am Ende ging es für den Deutschen nur noch darum, den zweiten Platz ins Ziel zu bringen. „Natürlich hätte ich gerne meinen ersten Sieg gefeiert, aber der wird kommen“, ist Schrötter zuversichtlich. Sein ersten Podestplatz in der Moto2 konnte indes Navarro feiern. „Es war ein unglaublicher Tag. Das Team hat gute Arbeit geleistet“, schwärmt der Speed-Up-Pilot.

Von Startplatz sechs konnte er sich gegen die Kalex-Konkurrenz durchsetzen: „Mein Start war nicht der beste, aber nach ein paar Runden verstand ich meine Starken und Schwächen. Am Ende hat es mit einem Podestplatz geklappt. Ich möchte mich bei allen bedanken, die an mich geglaubt haben. Das ist der Lohn für das Vertrauen.“

Das Rennen konnte bei besten Bedingungen gestartet werden. Das Thermometer war auf 17 Grad Außen- und 31 Grad Asphalttemperatur geklettert. Pole-Setter Schrötter kam zunächst gut weg, verlor die Führung nach der ersten Kurve aber schon an Alex Marquez (Kalex). Weiter hinter im Feld kam es bereits zum ersten Zwischenfall.

WM-Leader Baldassarri stürzt früh

Xavi Vierge (Kalex), Joe Roberts (KTM) und Fabio DiGiannantonio (Speed-Up) gingen gemeinsam in Kurve eins zu Boden. Nur Momente später stürzte unabhängig davon auch Zweifach-Sieger Lorenzo Baldassarri (Kalex). Er war auf Jorge Martin (KTM) aufgelaufen, nachdem der ebenfalls fast gestürzt wäre.

An der Spitze musste Schrötter einen weiteren Platz an seinen Teamkollegen Lüthi abgeben, konnte aber den Anschluss halten. In einer Dreiergruppe mit dem führenden Marquez konnten sich die Intact-Piloten vom Rest des Feldes bereits nach wenigen Runden absetzen. Sam Lowes hatte als erster Verfolger nach vier Umläufen bereits über zwei Sekunden Rückstand.

Für KTM-Pilot Brad Binder war das Rennen da schon vorbei. Von Position fünf gestartet musste der Südafrikaner mit einem technischen Defekt aufgeben. Er konnte in den Kampf um die Podestplätze nicht mehr eingreifen. Die machten immer noch Marquez, Lüthi und Schrötter unter sich aus.

Lüthi an der Spitze in eigener Liga

In Runde acht wagte Lüthi einen ersten Angriff auf die Führung, doch Marquez wehrte sich und es kam zum Kontakt. Wenig später versuchte es der Schweizer erneut und ging vorbei. Mit einer schnellsten Rennrunde konnte sich Lüthi dann auch gleich etwas absetzen. Dahinter entbrannte ein Zweikampf zwischen Marquez und Schrötter, der den Spanier schließlich überholen und Lüthis Verfolgung aufnehmen konnte.

Allerdings enteilte der Teamkollege mit jeder Runde mehr. Aber auch Schrötter konnte sich eine kleine Lücke zu Marquez erarbeiten. Dahinter hatte Lowes in der Zwischenzeit einige Plätze an Navarro, Luca Marini und Mattia Pasini (beide Kalex) verloren. Ersterer konnte zu Marquez aufschließen und attackierte ihn drei Runden vor dem Rennende, musste nach einem Verbremser aber zurückstecken.

Dafür griff nun auch Marini in den Kampf um den letzten Podestplatz ein. In dieser Gruppe wurde es auf den Schlussrunden noch einmal unruhig, wovon Pasini profitierte. Am Ende konnte sich Navarro jedoch lösen und Rang drei absichern, während Lüthi und Schrötter einen ungefährdeten Doppelsieg einfuhren.

Pasini bei Moto2-Comeback Vierter

Hinter Navarro untermauerte Pasini mit Platz vier seine guten Leistungen an diesem Rennwochenende. Für den Italiener war es der erste Einsatz in der Moto2 seit Einführung der neuen Triumph-Motoren. Marquez konnte die Pace der Spitze am Ende nicht mehr mitgehen und wurde Fünfter vor Marini. Auf den weiteren Plätzen folgten neben Lowes Simone Corsi, Enea Bastianini und Andrea Locatelli (alle Kalex).

Kalex dominierte mit Ausnahme von Navarro mit seiner Speed-Up die ersten zwölf Plätze. Auf Rang 13 landete mit Bo Bendsyneder ein NTS-Pilot. Dominique Aegerter kämpfte sich mit MV Agusta vom Ende des Feldes bis auf Rang 14 und sammelte damit seine ersten WM-Punkte der Saison. Den letzten Zähler ergatterte KTM-Pilot Martin. Es war die beste Platzierung von KTM in diesem Rennen.

Die beiden Deutschen Philipp Öttl und Lukas Tulovic (KTM) kamen auf den Plätzen 18 und 19 ins Ziel. Ihr Rückstand auf die Spitze betrug mehr als 50 Sekunden. Insgesamt sahen acht Moto2-Piloten die Zielflagge nicht. Auch Xavier Cardelus, Marco Bezzecchi und Iker Lecuona (alle KTM) waren im Laufe des Rennens gestürzt und konnten es nicht wieder aufnehmen.

Fotocredit: ©LAT

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