Moto3-WM-Kampf: Martins Tapferkeit wird belohnt, Bezzecchi hat erneut Pech

In Thailand erkämpft sich Jorge Martin trotz Schmerzen einen vierten Platz und baut die Führung aus – Aus dem Zweikampf um den Titel wird ein Dreikampf

Lange Zeit sah es danach aus, als ob beim Rennen in Buriram (Thailand) die Führung in der Moto3-WM wechseln wird. Marco Bezzecchi fuhr ein starkes Rennen und kämpfte um den Sieg, während WM-Rivale Jorge Martin zeitweise außerhalb der Punkteränge fuhr. Doch Martin profitierte von den vielen Ausfällen und stellte den Anschluss an die Spitze her. Als dann Bezzecchi in der letzten Kurve von Landsmann Enea Bastianini torpediert wurde, wendete sich das Blatt. Martin baute mit Platz vier seinen Vorsprung aus, obwohl er in Thailand mit starken Schmerzen fuhr.

Verantwortlich für die Probleme war vermutlich ein eingeklemmter Nerv in der Hand, die sich Martin in Brünn verletzte. „Was für ein verrücktes Wochenende!“, kommentiert Martin. „Ich fühlte mich nicht richtig wohl auf dem Motorrad. Was in der Clinica passierte, kam total unerwartet. Auf Grund des Nervs kann ich meine Hand nicht richtig öffnen.“

„Es war also richtig schwierig, die Kupplung zu betätigen. Wir mussten einen besonderen Handschuh anfertigen, damit ich die Gänge wechseln kann. Das war ein richtiges Kunstwerk“, berichtet der Moto3-WM-Leader. „Am Samstag spielte ich mit dem Gedanken, nicht zu fahren. Dann sah ich die Stürze und überwand die Schmerzen. Es zahlte sich aus.“

WM-Rivale Bezzecchi wurde in Thailand um viele Punkte gebracht. „Ich weiß noch nicht was ich sagen soll. Schon wieder ein Sturz in der letzten Runde, diesmal sogar in der letzten Kurve. Es ärgert mich, denn ich wurde von einem anderen Fahrer zu Sturz gebracht“, bemerkt der PrüstelGP-Pilot.

„Das ganze Rennen war nicht einfach, es gab viele gefährliche Überholmanöver. Dennoch hatten wir ein sehr starkes Wochenende – wir haben hart gearbeitet und immer wieder große Schritte nach vorn gemacht, bei den Anfangsschwierigkeiten, die wir hatten. Das Motorrad lief perfekt im Rennen und ich war auch sehr stark. Das nächste Rennen kommt und ich komme noch stärker zurück, um wieder ganz vorne an der Spitze zu sein“, so Bezzecchi.

Unfallverursacher Bastianini entschuldigte sich umgehend bei Bezzecchi. „Ich wollte unbedingt das Podium, doch in der letzten Kurve konnte ich den Sturz nicht verhindern. Es tut mir sehr leid, dass ich Marco traf“, so der Italiener.

In der Fahrerwertung konnte Martin seinen Vorsprung auf 26 Punkte ausbauen und wird demzufolge die WM-Führung beim nächsten Grand Prix in Motegi (Japan) auf alle Fälle behaupten. Teamkollege Fabio di Giannantonio holte durch den Sieg in Thailand auf und liegt nur noch drei Punkte hinter Bezzecchi auf der dritten Position. Di Giannantonio darf sich nach seinem zweiten Saisonsieg also berechtigte Hoffnungen auf den WM-Titel machen.

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