MotoGP in Katar: Andrea Dovizioso siegt hauchdünn vor Marc Marquez

Kampf bis zur Zielkurve: Ducati-Pilot Andrea Dovizioso gewinnt den MotoGP-Saisonautftakt in Katar knapp vor Weltmeister Marc Marquez – Rossi auf P5

Andrea Dovizioso (Ducati) hat das erste Rennen der MotoGP-Saison 2019 wie schon ein Jahr zuvor für sich entschieden. In einem Kampf bis zur Zielkurve setzte er sich knapp gegen Honda-Rivale Marc Marquez durch. Dessen Markenkollege Cal Crutchlow sicherte sich den letzten Podestplatz vor Alex Rins (Suzuki) und Yamaha-Pilot Valentino Rossi.

„Das war ein seltsames Rennen“, resümierte Dovizioso nach 22 Runden unter Flutlicht. „Ich hatte eigentlich eine andere Strategie, aber es ist auch so aufgegangen.“ Über viele Runden an der Spitze hatte er in der Schlussphase mit einem nachlassenden Hinterreifen zu kämpfen, konnte sich der Angriffe durch Marquez aber trotzdem erwehren.

„Es war schwierig, mit dem Hinterreifen über die Distanz zu kommen. In der letzten Runde hatte Marc große Probleme mit dem Grip am Hinterrad. Deshalb habe habe ich voll angegriffen. Mir war aber klar, dass noch ein Angriff von Marc kommen würde. Er gibt niemals auf und ist immer zur Stelle. Es war am Limit“, sagt der Katar-Sieger, der sich schon 2018 knapp gegen Marquez durchgesetzt hatte.

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Dovizioso vs. Marquez wie schon 2018

Der Spanier nahm das Déjà-Vu mit Humor: „Genau das Gleiche wie im vergangenen Jahr (lacht; Anm. d. Red.). Abseits der Ideallinie ist es hier sehr dreckig und da fällt es schwer, die Linie zu halten. Trotzdem habe ich es probiert. In den Bremszonen konnte ich nicht so hart agieren, wie ich wollte, weil wir Probleme mit dem Vorderreifen haben. Wir tun uns auf dieser Strecke traditionell schwer.“

Deshalb war der Weltmeister mit seinen 20 Punkten durchaus zufrieden. Das gute Honda-Ergebnis komplettierte Crutchlow als Dritter. „Ich bin völlig fertig, aber meinem Knöchel geht es gut“, gesteht der verletzungsgeplagte LCR-Pilot. „Ich habe gepusht wie ich nur konnte und hatte gegen Ende des Rennens ein richtig gutes Gefühl für den Hinterreifen.“

Auf Phillip Island hatte sich der Brite im vergangenen Jahr einen komplizierten Knöchelbruch zugezogen und wurde mehrfach operiert. Die Saisonvorbereitung war deshalb eingeschränkt. Umso mehr freute sich Crutchlow über Rang drei in Katar: „Vielen Dank an meinen Arzt, meinen Physiotherapeuten und das gesamte Team. Sie haben immer an mich geglaubt und jetzt sind wir wieder da.“

Große Führungsgruppe beim Katar-GP

Schon beim Start hatte Crutchlow einigen Boden gutmachen können und war von sechs auf vier vorgefahren. Als Erster bog aber Dovizioso in Kurve eins ein, direkt hinter ihm Ducati-Markenkollege Jack Miller sowie Marquez an Position drei. Der Verlierer des Starts war Polesetter Maverick Vinales (Yamaha), der hinter Takaaki Nakagami (LCR-Honda) und Joan Mir (Suzuki) auf Rang sieben zurückfiel.

Yamaha-Star Rossi konnte sich in der Anfangsphase in die Top 10 vorkämpfen. Allerdings lag das Feld so früh im Rennen noch eng zusammen. Die große Frage: Wie würden sich die Reifen über die Distanz entwickeln? Die Mehrheit der Piloten hatte sich vorn für den Medium-Reifen entschieden, am Hinterrad teilte sich das Bild zur Hälfte in soft und medium.

An der Spitze hielt sich nach fünf Runden noch immer Dovizioso und kontrollierte die Pace, denn die Rundenzeiten waren deutlich langsamer als etwa im vierten Freien Training. So blieb das Feld bis hin zu Rang neun dicht beieinander. An Position zwei hatte sich unterdessen Suzuki-Pilot Rins gekämpft, dem es bei noch 15 Runden gelang, die Führung zu übernehmen.

Dovizioso kontrolliert Tempo an der Spitze

Der Spanier versuchte, das Tempo anzuziehen, konnte sich aber nicht lange auf Platz eins halten. Auf der Geraden wurde er von Dovizioso wieder geschluckt. In der Führungsgruppe hielten sich zur Halbzeit noch immer neun Fahrer: Hinter Dovizioso, Rins und Marquez blieben Mir, Danilo Petrucci (Ducati), Crutchlow, Vinales, Franco Mordidelli (Petronas-Yamaha) und Rossi in Schlagdistanz.

Innerhalb dieser Gruppe kam es immer wieder zu Positionskämpfen, an der Führung änderte sich aber nichts. Weiter hinten führte Miller, der nach seinem guten Start offenbar Probleme mit der Sitzbank an seiner Ducati hatte und weit zurückfiel, die Verfolgergruppe an, konnte den Anschluss aber nicht mehr herstellen. Wenig später musste der Pramac-Pilot sogar aufgeben.

Unterdessen legte „Desmo Dovi“ etwas an Tempo zu, um zu sehen, wer ihm folgen kann. Abschütteln ließen sich seine direkten Verfolger damit nicht, einzig Morbidelli verlor den Anschluss. Marquez, Rins, Petrucci, Crutchlow, Mir, Vinales und Rossi fuhren noch immer wie aufgefädelt hinter ihm her. Vor allem Rossi schien seine Reifenprobleme überwunden zu haben.

Rossi kämpft sich von P14 nach vorn

Bei noch fünf zu fahrenden Runden lag der Italiener auf Platz sechs, während Teamkollege Vinales und Rookie Mir dahinter abreißen lassen mussten. Die Pace machte noch immer Dovizisoso, jedoch mit Marquez und Rins direkt im Nacken. Zwei Runden vor Schluss unterlief dem Ducati-Piloten allerdings ein Fehler, sodass Marquez vorbeigehen konnte. Nun war er der Gejagte.

Dank Ducati-Power eroberte sich Dovizioso die Führung vor der letzten Runde aber wieder zurück. Marquez probierte alles, um vorbeizukommen, war dabei einige Mal in Sturzgefahr, konnte einen Sieg von Dovizioso aber nicht mehr verhindern. Wie schon im Vorjahr hatte der Italiener in der letzten Kurve die bessere Linie und sicherte sich damit den ersten Platz.

Mit Marquez und Crutchlow komplettierten zwei Hondas das Podium. Rins musste sich am Ende knapp mit Rang vier zufriedengeben. Rossi kam auf Platz fünf noch vor Petrucci und Vinales ins Ziel. Die Top 10 rundeten Suzuki-Rooke Mir, Nakagami und Aleix Espargaro (Aprilia) ab. Morbidelli fiel nach einer starken ersten Rennhälfte noch auf Rang elf zurück.

Quartararo erlebt Horror-Start in Katar

Sein Teamkollege bei Petronas-Yamaha, Fabio Quartararo, kam auf Position 16 ins Ziel, nachdem er das Rennen aus der Boxengasse hatte starten müssen. In der Startaufstellung wollte sein Motorrad nicht anspringen, als der Rest des Feldes in die Aufwärmrunde ging. Dafür gab der Rookie im Rennen dann aber umso mehr Gas und verfehlte die Punkteränge nur knapp.

Bester KTM-Pilot wurde Pol Espargaro auf Rang zwölf, vor Jorge Lorenzo, der sein Honda-Debüt auf Platz 13 abschloss. Nach dem schmerzhaften Sturz und desaströsen Qualifying am Samstag war für den Spanier nicht mehr zu holen. Die letzten WM-Punkte sicherten sich Aprilia-Neuzugang Andrea Iannone, der auf der Auslaufrunde noch stürzte, und Johann Zarco (KTM).

Hinter Quartararo belegte Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) in seinem ersten MotoGP-Rennen Platz 17, vor den beiden Avintia-Piloten Karel Abraham und Tito Rabat. Das Schlusslicht bildete Oliveiras Teamkollege Hafizh Syahrin. Nicht ins Ziel kamen neben Miller auch Aprilia-Testpilot Bradley Smith und Rookie Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati).

Der nächste Grand Prix findet am 31. März in Termas de Rio Hondo (Argentinien) statt.

Fotocredit: ©LAT

 

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