Gemischte Gefühle bei Yamaha: Valentino Rossi weiterhin skeptisch

Maverick Vinales ist an beiden Tagen in Valencia der Schnellste, doch bei Yamaha hat man noch „viel Arbeit“ vor sich – Vor allem Valentino Rossi bleibt weiter skeptisch

Wohin geht die Reise für Yamaha im Jahr 2019? Der Valencia-Test deutet auf dem Papier zumindest darauf hin, dass es für die Japaner in der kommenden MotoGP-Saison wieder aufwärts gehen könnte. Maverick Vinales setzte an beiden Testtagen jeweils die Bestzeit und fuhr in 1:30.757 Minuten die schnellste Zeit des gesamten Tests. Trotzdem ist man sich bei Yamaha bewusst, dass bisher noch nichts gewonnen ist.

„Bis jetzt sind wir auf dem richtigen Weg“, freut sich Teammanager Massimo Meregalli und spricht von einem „sehr produktiven Start“ in die Wintertests. Trotzdem ist auch Skepsis aus der Yamaha-Box zu hören – vor allem aus der Ecke von Valentino Rossi. Der MotoGP-Rekordchampion beendete den Test auf Rang neun, 0,614 Sekunden fehlten am Ende auf Teamkollege Vinales.

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„Heute war es etwas schwieriger“, berichtet Rossi am Mittwochabend. Der Fokus lag bei Yamaha erneut auf dem Motor. Nachdem man am Dienstag bereits eine erste Spezifikation des Aggregats für 2019 getestet hatte, probierte man am zweiten Testtag eine andere Version aus. Laut Rossi sei diese der Spezifikation vom Dienstag aber „sehr ähnlich“, weshalb auch noch keine Entscheidung gefallen sei.

„In Jerez werden wir mit diesem Material weitermachen“, kündigt Rossi im Hinblick auf den letzten Test vor der Winterpause in der kommenden Woche an. Erst danach möchte man sich festlegen, mit welchem Motor man in die ersten Tests 2019 starten wird. Möglich wäre auch, dass Yamaha bis dahin noch einmal nachbessert und eine weitere Version bringt. „Ich kenne den Plan von Yamaha nicht“, zuckt Rossi die Schultern.

Vinales zuversichtlicher als Rossi

Insgesamt wirkt der „Doctor“ nicht wirklich zufrieden. „Wir konnten uns etwas verbessern, aber im Vergleich sieht es so aus, dass die anderen einen größeren Schritt gemacht haben“, erklärt er und ergänzt: „Wir haben noch immer viel Arbeit vor uns, denn nach einigen Runden ist unsere Pace mit dem gebrauchten Reifen nicht mehr gut.“ In diesem Bereich wittert Rossi noch große Schwierigkeiten.

Außerdem ist Yamaha bei der Entwicklung des restlichen Motorrads im Rückstand. Weil man den Valencia-Test komplett für den Motor „opferte“, konnte man keine anderen Dinge ausprobieren. Rossi verrät, dass er am Ende des Tages noch einmal eine neuen Reifenmischung für Michelin testete – doch das war es. Und auch bei Teamkollege Maverick Vinales sieht es nicht anders aus.

„An diesen [zwei] Tagen habe ich mich nur auf den Motor konzentriert. Beim Set-up habe ich gar nichts ausprobiert“, verrät der Spanier und ergänzt: „Ich denke, beim Set-up in Valencia könnten wir uns noch deutlich verbessern. Daher bin ich glücklich, dass wir uns nur durch den Motor um mehrere Zehntel verbessert haben.“ Er ist insgesamt etwas optimistischer als Rossi und spricht von einem „positiven Test“.

Sturz kostet Vinales wertvolle Zeit

„Wir haben viel an den ersten Runden eines Rennens gearbeitet“, verrät Vinales und berichtet, dass er „sehr glücklich“ gewesen sei, gleich von Anfang an Grip gehabt zu haben und pushen zu können. „Trotzdem haben wir noch Arbeit vor uns“, ist sich auch der schnellste Mann des Valencia-Tests bewusst. Zumal der 23-Jährige am Mittwoch einmal stürzte und dadurch wertvolle Testzeit verlor.

„Leider konnten wir nicht den ganzen Tag fahren, also konnten wir auch die Motoren nicht optimal testen“, ärgert er sich und erklärt, dass er „nur wenige Runden“ mit der zweiten Spezifikation gefahren sei. „Die Unterschiede sind sehr gering – aber auf einer Runde kann das viel ausmachen“, grübelt er und erklärt, dass es für ihn aktuell noch „sehr schwierig“ sei, eine Aussage darüber zu treffen, welche Version besser sei.

Er sei sich „nicht zu 100 Prozent sicher“, weshalb auch er erst nach nach dem Test in Jerez in der kommenden Woche ein finales Urteil abgeben möchte. Positiv stimmt Vinales jedoch, dass die M1 auch am Ende des Tests gut funktioniert habe, als die Strecke sehr rutschig gewesen sei. Da setzte er auch seine Bestzeit. Wie viel diese jedoch wirklich wert ist, wird sich erst 2019 zeigen.

Fotocredit: ©LAT

 

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