Neuer Flügel: KTM experimentiert in Thailand mit der Aerodynamik

Bradley Smith testet in Buriram eine neue Aerodynamik-Verkleidung und sammelt einen WM-Punkt – Pol Espargaro geht im Rennen die Kraft aus

KTM nahm in Thailand mit dem 15. Platz von Bradley Smith einen WM-Punkt mit. „23 Sekunden Rückstand auf den Sieger sind kein Desaster“, meint Teammanager Mike Leitner, „aber natürlich wollen wir mehr.“ Pol Espargaro war nach seinem Sturz in Aragon und der anschließenden Schlüsselbeinoperation noch nicht zu 100 Prozent fit. „Mit Pol sind wir das Wochenende sehr einfach angegangen“, sagt Leitner. Außerdem hatte der Spanier im vergangenen Februar auch den Wintertest verletzungsbedingt verpasst. Der Buriram-International-Circuit war für Espargaro im Gegensatz zu allen anderen Fahrern eine komplett neue Strecke, die er erst lernen musste.

Deswegen lag die Entwicklungsarbeit wieder einmal bei Smith. KTM probierte eine neue Aerodynamik-Verkleidung aus. Smith fuhr mit einem neuen Flügel vor der Airbox sowie neu geformten Elementen auf der Seitenverkleidung. „Wir probieren mit Bradley ein neues Konzept bei der Verkleidung aus“, bestätigt Leitner bei ‚MotoGP.com‘. „Pol verwendet die Standardversion. Bei Bradley scheint es einen guten Effekt auf das Motorrad zu haben.“

Da Espargaro noch nicht fit war und die Strecke für ihn Neuland war, wollte man mit ihm keine neuen Dinge ausprobieren. Man hätte zu wenige oder falsche Rückschlüsse erhalten. „Ich denke, in Motegi können wir mit ihm dann wieder mehr am Set-up arbeiten“, blickt Leitner auf das nächste Rennen in zwei Wochen voraus. Bis dahin hat Espargaro Zeit, um sich zu erholen und zu alter Stärke zurückzufinden, denn im Rennen ging ihm die Kraft aus.

Bis zur 21. Runde hielt der Spanier den 18. Platz, aber dann musste er das Avintia-Duo Simeon und Torres sowie Tom Lüthi ziehen lassen. Espargaros Rundenzeiten wurden in der Schlussphase um drei bis vier Sekunden langsamer. „Ich kam zu einem Punkt, an dem ich erledigt war. Ich konnte nicht mehr attackieren“, erklärt er seinen Einbruch. Nachdem er sich beim Start in Kurve 3 verbremst hatte, kam Espargaro der Gruppe mit seinem Bruder Aleix und Smith näher. Punkte waren in Sichtweite, aber dann folgte der körperliche Einbruch.

„Es war ein recht gutes Comeback“, zieht er trotzdem als Fazit. „Natürlich bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber es war gut, zurück zu sein. In Japan werde ich wahrscheinlich wieder annähernd zu 100 Prozent fit sein.“ Mit Platz 21 nahm Espargaro nichts Zählbares aus Thailand mit. „Dreiviertel des Rennens hat er es gut gemacht“, findet Leitner aufmunternde Worte. „Dann konnte er nicht mehr pushen. Hoffentlich haben wir in Japan zwei fitte Fahrer, damit wir uns ein besseres Ergebnis erarbeiten können.“

Somit lag es wieder an Smith, der KTM am Saisonende Richtung Aprilia verlassen wird, ein gutes Ergebnis zu holen – was nicht so einfach war. „Es war wie in Aragon. Wir waren mit dem weichen Reifen über eine Runde schnell, aber im Rennen gab es mit dem harten Reifen größere Probleme“, analysiert der Brite sein Wochenende. „Mir gelang wieder ein guter Start und ich war Zehnter. Beim Beobachten der Konkurrenz habe ich gesehen, dass wir immer noch die gleichen Probleme haben.“

Die Zeit bis Japan wird KTM zur Analyse nutzen. „Ich denke, wir werden bis dahin Antworten und Lösungen finden“, glaubt Smith. „Dann hatte ich in den letzten Runden ein gutes Duell mit Redding. Es war etwas seltsam, wenn man so hart um den letzten WM-Punkt kämpfen muss, aber so konkurrenzfähig ist die MotoGP derzeit. Es war nicht einfach, diesen einen Punkt zu ergattern.“ Auf dem Zielstrich hatte Smith lediglich 0,2 Sekunden Vorsprung auf Aprilia-Pilot Redding.

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