Strittige Situationen, Ausraster, Skandale: Die größten MotoGP-Aufreger 2018

Verbale Aussetzer, Kleinkriege, Skandale auf und neben der Strecke: Hier sind die zehn größten Aufreger der abgelaufenen MotoGP-Saison!

Sportlich lieferte die MotoGP-Saison 2018 viele Höhepunkte. Auch wenn der Kampf um den WM-Titel in diesem Jahr bereits relativ früh entschieden war, begeisterten vor allem die Duelle zwischen Marc Marquez und den beiden Ducati Piloten Andrea Dovizioso und Jorge Lorenzo die Fans auf den Tribünen und an den TV-Schirmen. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten …

Und so ging auch das Jahr 2018 wieder einmal nicht ohne den ein oder anderen Eklat über die Bühne. Nicht zuletzt oder gerade deshalb blicken wir noch einmal auf die zehn größten Aufreger der abgelaufenen MotoGP-Saison zurück. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Duelle auf der Rennstrecke, es geht auch um den ein oder anderen Aufreger abseits der Piste.

Übrigens: Den größten Aufreger produzierte im Jahr 2018 nicht die Königsklasse selbst. Zwar gab es in der MotoGP mehr als genug fragwürdige Situationen. Doch den Zwischenfall, der auch medial die größten Wellen geschlagen hat, bescherte uns in diesem Jahr die Moto2 …

Video: Geständnis von Jorge Lorenzo – „Ich habe an Rücktritt gedacht“

 

Platz 10: Öffentliche Entschuldigung

Das erlebt man nicht oft. Weil Yamaha beim Qualifying in Spielberg völlig untergeht, sehen sich die Japaner um M1-Projektleiter Kouji Tsuya gezwungen, sich öffentlich bei den Fahrern zu entschuldigen. Es ist der negative Höhepunkt einer teilweise desaströsen Yamaha-Saison.

Übrigens ist es nicht der einzige Aufreger, den Yamaha dieses Jahr liefert. Auch das angespannte Verhältnis zwischen Maverick Vinales und Crewchief Ramon Forcada sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Tiefpunkt: Vinales informiert Forcada nicht persönlich darüber, dass er sich für 2019 bereits einen neuen Crewchief gesucht hat …

Platz 9: Wer ist Christophe Ponsson?

Er kommt aus dem Nichts, und genauso schnell verschwindet er auch wieder. Der im MotoGP-Paddock komplett unbekannte Franzose ersetzt den verletzten Tito Rabat, ist aber deutlich langsamer als der Rest des Feldes – zu langsam für den Geschmack einiger Piloten.

Obwohl er einen Vertrag bis Saisonende besitzt, wird der 22-Jährige – auf Druck von außen – nach nur einem Rennen wieder vor die Türe gesetzt. Das Bike übernimmt stattdessen der deutlich erfahrenere Jordi Torres. Außerdem werden die Regeln für Ersatzpiloten angepasst. Einen zweiten „Ponsson“ wird es nicht geben.

Platz 8: Ducati-Kleinkrieg

So richtig gut kommen Andrea Dovizioso und Jorge Lorenzo nicht miteinander aus. Bereits zu Saisonbeginn fliegen die ersten Giftpfeile zwischen den beiden Seite der Ducati-Garage hin und her. Unter anderem wirft Lorenzo „Dovi“ vor, seine Moral untergraben zu wollen.

Der Konflikt schwelt permanent, bevor er gegen Saisonende dann noch einmal richtig hochkocht. Auch über die sozialen Medien wird ausgeteilt, bis es Ducati irgendwann zu bunt wird. „Ducati ist wichtiger als persönliche Probleme zwischen den Fahrern“, spricht Paolo Ciabatti ein Machtwort. 2019 hat er dieses Problem nicht mehr …

Platz 7: Kein Platz für Lorenzo und Co.?

2019 wird der Spanier für Honda fahren. Doch nachdem Ducati ihn mehr oder weniger vor die Tür setzte, sieht es zwischenzeitlich kurz danach aus, dass Lorenzo eventuell gar kein konkurrenzfähiges Bike für 2019 findet. Kein Platz für einen fünfmaligen Weltmeister in der MotoGP – wie kann das sein?

Grund sind die Verträge, die in der Königsklasse mittlerweile immer früher geschlossen werden. Bereits nach wenigen Rennen sind für 2019 alle Spitzenplätze weg. Während Lorenzo noch das rettende Honda-Angebot bekommt, haben andere Fahrer wie Alvaro Bautista, der eine extrem starke zweite Saisonhälfte fährt, weniger Glück …

Platz 6: „Stück Scheiße“

Ist der Ruf erst ruiniert … Nachdem feststeht, dass er bei Aprilia keine Zukunft mehr hat, nimmt Scott Redding kein Blatt mehr vor den Mund. Unter anderem bezeichnet er die RS-GP öffentlich als „Stück Scheiße“. Zwar entschuldigt er sich später, doch Werbung macht er so natürlich nicht für sich.

Und so kommt es, wie es kommen muss: 2019 ist für Redding gar kein Platz mehr in der MotoGP, er wechselt in die Britische Superbike-Meisterschaft (BSB). Als Typ wird er der Königsklasse ohne Frage fehlen – was unter anderem sein Strip nach dem Saisonfinale in Valencia beweist.

Platz 5: Lorenzo gegen Marquez

Nicht nur mit „Dovi“ hat Lorenzo im Laufe des Jahres Probleme. Auch mit dem Weltmeister, seinem neuen Teamkollegen ab 2019, kommt es zum Zoff, als Lorenzo bei einem Duell der beiden beim Start in Aragon per Highsider von seiner Ducati geworfen wird und sich verletzt.

„Manchmal schaltet sich sein Gehirn ab“, wettert Lorenzo. Marquez weißt natürlich jegliche Schuld von sich. Zwar entspannt sich die Situation später ein bisschen, aber Alberto Puig wird bei Honda 2019 alle Hände voll zu tun haben, die beiden Spanier unter Kontrolle zu halten …

Platz 4: Silverstone-Katastrophe

Hätte die Rote Flagge viel früher kommen müssen? In Silverstone segeln die Fahrer in FP4 reihenweise von der Strecke, es ist unfahrbar. Doch die Rennleitung unterbricht die Session zu spät. Leidtragender ist Tito Rabat, der im Kiesbett von der Yamaha von Franco Morbidelli getroffen wird und sich dabei schwer verletzt.

Am Sonntag möchte man diesen Fehler nicht wiederholen. Weil es ähnlich stark regnet wie am Vortag, entscheidet man sich nach langer Wartezeit dazu, das Rennen komplett abzusagen. Ein Schuldiger ist schnell gefunden: Der neue Asphalt in Silverstone ist dem Regen schlicht und einfach nicht gewachsen.

Platz 3: Marc-VDS-Chaos

Die Truppe von Marc van der Straten gilt lange als eine Art Vorzeigeteam in der Motorrad-WM, ist in der Moto2 sogar eine der Topadressen. Doch zu Saisonbeginn kommt es zum Knall. Der belgische Teambesitzer erhebt schwere Vorwürfe gegen Teamchef Michael Bartholemy, es kommt zur Schlammschlacht.

Die Leidtragenden sind vor allem die Fahrer und die anderen Teammitglieder. Tests werden abgesagt, es herrscht Führungschaos, und am Ende wird der Stecker gezogen. Die Saison 2018 bringt man noch zu Ende, 2019 verschwindet das Team nach vier Jahren aus der Königsklasse – ein unrühmliches Ende.

Platz 2: #TermasClash

Das ganze Rennen in Argentinien wird vom Chaos überschattet, doch ein Mann steht an diesem Sonntag völlig neben sich: Marc Marquez. Der Weltmeister pflügt von ganz hinten durchs Feld, mehrfach kommt es zu Kontakt. Gegen Rennende räumt er dann auch noch Valentino Rossi ab – zu viel!

Marquez wird bestraft, Rossi ist außer sich. Erinnerungen an die Saison 2015 werden wach. Immerhin eskaliert die Situation nicht so extrem wie damals, doch der „Doctor“ macht klar, was er von Marquez hält, als er ihm später bei der Pressekonferenz in Misano einen Handschlag verweigert. Vermutlich noch nicht das Ende dieser Geschichte …

Platz 1: Romano Fenati

Der Name alleine reicht aus. „Romano Fenati“ verbindet man seit Misano nur noch mit einer einzigen Aktion, die weit über die Motorradwelt hinaus Wellen geschlagen hat. Mit seinem Griff in die Bremse von Stefano Manzi schafft es der Moto2-Pilot unfreiwillig in die internationalen Schlagzeilen.

Es folgt eine regelrechte Hetzjagd, Verträge werden aufgelöst, und Fenati kündigt sein Karriereende an – doch dann folgt die Kehrtwende! Wiederholungstäter Fenati bekommt noch eine Chance und wird 2019 wieder in der Moto3 an den Start gehen. Vor allem eine Frage wird dann über allem stehen: Hat sich der Hitzkopf dieses Mal im Griff?

Fotocredit: ©LAT

 

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